Die Jäger hatten die Mitglieder der SPD zu einem Kamingespräch eingeladen. Für die SPD haben der agrar- und umweltpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Norbert Meesters, die Vorsitzende der SPD Kreistagsfraktion Elisabeth Lindenhahn, Uta Röhrmann, Mitglieder der SPD Kreistagsfraktion, Richard Kassner vom OV Velen-Ramsdorf, Gerhard Abbing vom OV Ahaus und die 17jährige Elena Rühling, die politisch interessiert ist, an diesem Gespräch teilgenommen.

Bei diesem Gespräch wurde nicht nur über diverse Knackpunkte aus der Novellierung des Landesjagdgesetzes diskutiert, die Jäger stellten bei der Gelegenheit auch die Aktivitäten für Natur- und Umwelt sowie Umweltbildung um die Rollende Waldschule vor.

Berufsjäger Thomas Berner erläuterte an Beispielen, dass die Fallen- und Baujagd auf Prädatoren (Räuber, die sich von lebenden Organismen ernähren) unerlässlich sei. Schließlich ginge vom Fuchsbandwurm oder auch der Tollwut eine Gefahr für den Menschen aus. Zu viele Füchse und wildernde Katzen seien zudem eine Gefahr für die Artenvielfalt im Kreis Borken insgesamt sowie gesunder Wildtierbestände. Außerdem berichtete Josef Lehmkuhl, Vorsitzender der Kreisjägerschaft Recklinghausen, über die Notwenigkeit von Wildkameras zur Dokumentation der Entwicklung von Wildtierbeständen.

Sehr verwundert waren die SPD Mitglieder über den hohen Schnepfenbestand in Europa, Deutschland und natürlich im Kreis Borken. Heinrich Rülfing, Vorsitzender der Kreisjägerschaft Borken, sieht angesichts steigender Bestandszahlen keinen Anlass für eine in der Novellierung der geplanten Streichung der Waldschnepfe von der Liste der zu bejagenden Arten.

Zum Abschluss der Gesprächsrunde versprach der agrar- und umweltpolitische Sprecher der SPD- Landtagsfraktion, Norbert Meesters, die Anregungen der Kreisjägerschaft für die weiteren Diskussionen im Landtag mitzunehmen.

Dankbar erkannten Norbert Meesters und die Fraktionsvorsitzende der SPD-Fraktion im Borkener Kreistag, Elisabeth Lindenhahn an, dass die Jägerschaft zukünftig Gruppen, Parteien und Verbände zu Kamingesprächen einladen werde. Der Landtagsabgeordnete stellte fest, dass es nach seiner Erfahrung auch im ländlichen Raum immer wichtiger werde, dass die Jägerschaft über ihre Arbeit informiere und so die Akzeptanz für die Jagd in der breiten Öffentlichkeit stärke.

"Mein Wissen über Jäger waren bisher 4 Worte: Jäger, Gewehr, Tier, Tod" sagte Elisabeth Lindenhahn am Anfang des Gesprächs. "Nach diesem Gespräch sehe ich vieles differenzierter". Die Jägerschaft habe ihre Argumente sehr anschaulich und sehr verständlich vorgetragen. Allerdings kann sie nicht alles eins zu eins übernehmen, weil ihr das Fachwissen dazu fehle. Insbesondere die Jagd auf wildernde Katzen, sind für sie ein großer Knackpunkt. Die Antwort auf die Frage von
Elena Rühling, wie sie ihre Katzen vor den Jägern schützen könne: "Dann müssen die Katzen im Haus bleiben" ist nicht befriedigend.

Elisabeth Lindenhahn: "Wir werden weiter mit den Jägern und auch mit Naturschützern Gespräche führen. Pflanzen, Tiere und Menschen stellen gemeinsam und in gegenseitiger Abhängigkeit ein Netzwerk lebender Organismen auf der Erde dar. Jede Tierart hat eine ganz bestimmte Aufgabe und ist oft lebenswichtig für eine andere Art. Nur ist dieser Nutzen für den Menschen in vielen Fällen nicht oder nur schwer ersichtlich. Wir könnten uns z.B. vorstellen, dass es auch ohne Mücken geht. Diese sind aber lebenswichtige Futtertiere für Schwalben und andere Tiere. Welche Aufgaben haben z.B. Füchse oder Waldschnepfen oder andere Tiere, die gejagt werden? Damit wollen wir uns weiter befassen."

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